Plauenscher Grund
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Inhaltsverzeichnis
Historisches
- Die Landstraße durch den Plauenschen Grund
- Bis zum Ende des Altertums war die Fels- und Waldwildnis des Grundes ungangbar. Erst 1560 wurde der erste Fußpfad gebahnt. Ein Fahrweg wurde 1712 in Angriff genommen. Bis dahin erreichte man Tharandt über Oberpesterwitz und auf der Hohen Straße über Weißig. Nach Freiberg gelangte man über Possendorf oder Kesselsdorf. Bei Plauen sprengte man einige Felsen, dann blieb die Sache wieder liegen bis 1745, wo die Straße vollendet wurde. 1808 wurde sie von Napoleon zur Heerstraße ausgebaut.
- Industrie im Plauenschen Grund
- In neuester Zeit entstehen im Grunde immer mehr Fabriken und Industriestätten und die Bevölerung wächst außerordentlich. Der Plauen'sche Grund ist das am dichtesten bewohnte Thal Sachsens.[1]
- Dreierlei zog seit 1842 die Industrie in den Grund: die Wasserkraft der Weißeritz, die leichte Ausbeute der vorzüglichen Bruchsteine und die Nähe der Döhlener Steinkohlen.
- Begerburg
- Sie wurde von einem Mann namens Beger 1852 als Gasthaus im Burgenstil erbaut, gotische Nachahmung. An der Stelle war vorher die Karlsburg, ein Lufthäuschen. Später wurde der Punkt als Kanapee wegen seiner schönen Aussicht berühmt. Der Name war beliebt für einen Ort mit bequemen Steinsitz und gutem Ausblick. Die Burg liegt dicht über dem großen Syenitbruch. Als dieser näher und näher herankam, musste wegen Absturzgefahr das Gasthaus geschlossen werden.
- Heidenschanze
- Von der Hochebene her auf der Coschütz liegt, schiebt sich ein Bergsporn weit gegen das Weißeritztal vor. ganz vorn verengt er sich, so dass er durch eine Befestigung leicht abgeriegelt werden konnte. Weiter vorn verbreitert er sich und ist künstlich durch Aufschüttung erhöht. Nach drei Seiten stürzt er jäh in die Tiefe. Solche Stellen bester Burgenlage wurden in alter Zeit von allen Völkern mit sicherem Blick gefunden und durch einen Abschlusswall zu einem festen Ort ausgestaltet. Sie führen, wie auch die andersgestalteten Ringwälle der Lausitz, meist den Namen Heiden oder Sorbenschanzen, obgleich sie meist lange vor den Sorben erbaut und von diesen nur wieder benutzt worden sind. Die Kleine Festung hier stand unter dauernder Bewachung, in Kriegszeiten diente sie den Siedlern des nahen Dorfes als Zuflucht. Wahrscheinlich war es zugleich Kultstätte. Unfreiwillig haben die Bewohner Spuren ihrer Anwesenheit hinterlassen: Waffen, Gebrauchsgegenstände usw. Allmählich sind diese vom Staub und von der Vegetation zugedeckt worden. Bei Grabungen wurden einige Dinge wieder zu tage gebracht.
Geologie
- Der romatische Plauen'sche Grund zwischen Dresden und Tharandt soll nach alten Traditionen früher ein Binnensee gewesen sein, der sich später infolge einer Überfluthung einen Ausweg nach dem Elbthale zu bahnte, was seine geognostische Beschaffenheit zu bestätigen scheint. An sich ist dieser Grund einer der schönsten Thalgründe Sachsens - namentlich zwischen Potschappel und Plauen schließen hohe steile Felswände - unten Gyenit, oben Plänerkalk - denselben ein.[1]
Die Felswände und besonders die Steinbrüche des Grundes geben einen Durchschnitt durch ein Stück der Erdrinde, ein geologisches Profil das uns über die Gesteine und ihre Entstehung aufklärt. Es ist ein Archiv, auf dessen steinernen Blättern die Erdgeschichte festgelegt ist. Den unteren und damit den Hauptteil des Steinbruches füllt ein blass violettes Massengestein ohne Schichtung, der Syenit. Darüber liegen Bänke eines helleren Gesteins, des Pläners, ein Schicht oder Niederschlagsgestein. Eine solche Schichtung kann durch Niederschlag im Wasser erfolgt sein. Pläner bedeutet so viel wie ebenliegendes Gestein .
Bilder
- Deutsche Fotothek:
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Sächsische Volks-Sagen. Heft 10. Stolpen ca. 1880. Online verfügbar in den [http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/102347/347/0/ Digitalen Sammlungen der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek.